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Insekten des Jahres 2018:


Insekt des Jahres 2018: Gemeine Skorpionsfliege
Schmetterling des Jahres 2018: Großer Fuchs
Libelle des Jahres 2018: Zwerglibelle





Schmetterling des Jahres 2018: Der große Fuchs

Großer Fuchs

Großer Fuchs
Foto: Leo Weltner
Großer Fuchs Raupe

Großer Fuchs Raupe
Foto: Eva-Maria Neupert

Schmetterling des Jahres 2018 ist die Der Große Fuchs .

Der Große Fuchs (Nymphalis polychloros) sieht dem häufigeren Kleinen Fuchs (Aglais urticae) sehr ähnlich. Er ist aber mit einer Flügelspannweite von 50 - 55 mm größer und in den Farben stumpfer gefärbt.
Die Falter haben eine orangebraune, schwarz-gelb-weiß gemusterte Flügeloberseite mit wenigen schwarzen Flecken und einem schmalen, dunklen Rand, der außen von hellen Partien durchsetzt ist. Die Hinterflügel sind fast gleichmäßig orange gefärbt und tragen je einen schwarzen Fleck. Der Rand der Hinterflügel ist schwach blau gefärbt und gleichfalls dunkel umrandet. Die Flügelunterseite gleicht einer Baumrinde.
Die Raupen werden ca. 45 Millimeter lang. Sie sind dunkelgrau, fast schwarz und haben am Rücken und auf den Seiten orange Binden. Daneben haben sie auch orange gefärbte, verästelte Dornenauswüchse.

Die Tiere kommen von Nordafrika über Süd- und Mitteleuropa bis in den Süden Russlands und dem Himalaya vor. In Mitteleuropa sind sie v. a. in den wärmeren Regionen zu finden. In unserer Umgebung sind sie am Hetzles oder bei Roßtal anzutreffen. Sie sind aber selten geworden.

Der Große Fuchs ist ein Bewohner trocken-warmen Buschlands, verbuschtem Trockenrasen, lichter Wälder und deren Rändern, Gärten und Streuobstwiesen mit Vorkommen der Raupennahrungspflanzen.

Der Falter überwintert und erscheint im Frühjahr als einer der ersten Tagfalter. Man entdeckt sie oft, wie sie sich mit ausgebreiteten Flügeln sonnen. Diese Generation lebt noch bis etwa Mai, selten länger. Das Weibchen legt im Laufe des Frühjahrs ihre Eigelege um die Zweigspitzen verschiedener Baumarten. Die Raupen leben gesellig in einem großen Nest aus Spinnfäden, vorzugsweise in der oberen Kronenpartie, und verpuppen sich im Frühsommer und schlüpfen im Juni und Juli. Dann ziehen sie sich recht früh in ihr Überwinterungsquartier zurück, so dass sie im Herbst kaum mehr zu sehen sind.

Der Große Fuchs ist eine der wenigen Schmetterlingsarten, die sich nicht nur von Nektar ernähren, sondern auch von Baumsäften, Exkrementen und Aas. Im zeitigen Frühjahr sind blühende Weidenkätzchen und Obstbäume eine erste Futterquelle.
Die Raupen ernähren sich vor allem von den Blättern der Sal-Weide, aber auch von Blättern von Zitterpappel, Apfelbaum, Birnbaum und von anderen Laubbaumarten. Der Einsatz von Gift bei Obstbäumen wirkte sich daher ebenso negativ auf den Bestand der Falterart aus, wie der Rückgang von Sal-Weiden und Streuobstbeständen.

Systematik: 
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Gattung: Nymphalis
Art: Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)




Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege

Gemeine Skorpionsfliege

Gemeine Skorpionsfliege, Männchen
Foto: Leo Weltner
Gemeine Skorpionsfliege

Gemeine Skorpionsfliege, Weibchen
Foto: Leo Weltner

Insekt des Jahres 2018 ist die Gemeine Skorpionsfliege.


Das Insekt besitzt, wie alle anderen Schnabelfliegen auch, einen rüsselartig verlängerten Kopf mit kauend-beißenden Mundwerkzeugen. Die vier netzartig geäderten und dunkel gefleckten Flügel werden in der Ruheposition flach und leicht gespreizt nach hinten angelegt. Sie erreichen eine Spannweite von bis zu 35 Millimetern. Trotz dieser großen Flügel sind die Flugkünste der Skorpionsfliegen nicht besonders gut. Sie gleicht das aber durch gute Kletterkünste aus.
Neben der Gemeinen Skorpionsfliege Panorpa communis gibt es in Mitteleuropa vier weitere Arten der Gattung Panorpa, unter anderem Panorpa vulgaris, die nur schwer von P. communis zu unterscheiden ist.

Die Skorpionsfliegen zeigen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus.
Die Männchen besitzen ein verdicktes Hinterleibsende, das meist nach oben gekrümmt getragen wird und an den Stachel eines Skorpions erinnert, daher der Name des Insekts. Es handelt sich dabei aber um ein Kopulationsorgan. Beim Weibchen ist das Hinterleibsende zugespitzt und beherbergt die Legeröhre .

Die Gemeine Skorpionsfliege ist bei uns in Mitteleuropa relativ häufig anzutreffen, ist jedoch kaum bekannt.
Man findet sie vor allem in Gebüschen, an Wald- und Wegrändern, aber auch auf Wiesen und in Brennnesseln.
Derzeit gilt die (Gemeine) Skorpionsfliege als ungefährdet.

Bei der Ernährung sind die Insekten wenig wählerisch. Sie fressen sowohl reifes Obst, als auch tote oder kleine lebende, verendende Insekten und Wirbellose, aber auch Kot oder Blütennektar und Pollen. Als geschickter Kletterer kann sich die Skorpionsfliege überdies in Spinnennetzen bewegen und bedient sich gerne in den Speisekammern der Spinnen. Wie sie es anstellt, dabei nicht von den Spinnen attackiert zu werden, ist noch nicht geklärt.

Beim Werben um ein Weibchen versetzt das Männchen seinen auffälligen Hinterleibsanhang in Vibration, zusätzlich verströmt es einen Lockstoff und bietet dem Weibchen eine proteinreiche Gabe an. Je umfangreicher dieses ‚Hochzeitsgeschenk' ist, desto größer ist die Chance des Männchens bei dem Weibchen Erfolg zu haben und umso länger kann die Kopulation andauern.
Die Eier legt das Weibchen wenige Tage nach der Paarung in lockere Erde ab. Die Larven der Skorpionsfliegen ähneln dunkel gefärbten Raupen. Sie leben in Gängen im Boden und ernähren sich von dem Aas toter Insekten oder anderer Kleintiere, aber auch von Fleisch oder von Pflanzen.
Bei der Art Panorpa communis kommen vier Larvalhäutungen vor, die Verpuppung erfolgt in Erdhöhlen. Es werden bei dieser Art zwei Generationen pro Jahr gebildet, wobei die Überwinterung der zweiten Generation als verpuppungsreife Larve erfolgt.

Systematik: 
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schnabelfliegen (Mecoptera)
Familie: Skorpionsfliegen (Panorpidae)
Gattung: Panorpa
Art: Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis)




Libelle des Jahres 2018: Die Zwerglibelle

Zwerglibelle

Zwerglibelle,
Foto: Michael Post / GdO
Zwerglibelle

Zwerglibelle, Paarungsrad
Foto: Michael Post / GdO

Libelle des Jahres 2018 ist die Zwerglibelle .


Die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) gehört zu der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae). Sie ist mit 20 bis 25 Millimetern Körperlänge die kleinste mitteleuropäische Libellenart.
Die Männchen sind seitlich hellblau gefärbt und oberseitig metallisch-grün. Das Hinterleibsende ist ab der Mitte des 8. Abdominalsegments blau gefärbt. Die Weibchen gibt es in einer grünen, blauen oder einer orangen Variante. Die Flügelmale sind weiß, hellbraun oder ocker. Insgesamt ist diese Libellenart durch ihre geringe Größe recht eindeutig anzusprechen, hat aber Ähnlichkeiten mit der Kleinen Pechlibelle (Ischnura pumilio).

Das Verbreitungsgebiet reicht von Mitteleuropa bis nach Japan, wobei es sich allgemein um gemäßigte Zonen handelt. In Deutschland ist die Art in Moorgebieten im bayerischen Alpenvorland und mit großen Lücken im Norddeutschen Tiefland zu finden. In Franken kommt sie nicht vor.

Die Zwerglibelle benötigt flache und nicht zu saure, nasse, teils wassergefüllte Vertiefungen in Übergangsmooren und Seggensümpfen.

Die Flugzeit beginnt Mitte Mai und endet im September, wobei der Höhepunkt im Juni und Juli liegt.

Die Paarungen beginnt zeitig am Morgen. Zuerst bilden die Libellen ein Tandem, das fast eine Stunde zusammen bleibt. Danach bilden sie ein Paarungsrad. Der Akt selber dauert 1-3 Stunden und wird meist in der ufernahen Vegetation vollzogen.
Dann trennt sich das Paar und die Weibchen legen ihre Eier alleine in der Nähe des Ufers ab. Dabei stechen sie die Eier in sich zersetzenden Seggenhalmen.
Die Larven leben im flachen, warmen Wasser, zwischen den vermodernden Seggen. Die Art ist nicht sehr wehrhaft und deshalb leichte Beute für sehr viele Räuber. Die ausgewachsenen Larven sind etwa 1cm lang. Ab Mitte Mai schlüpfen die Zwerglibellenlarven in Ufernähe, bevorzugt an Seggen in 10 bis 20cm Höhe.

Die Zwerglibellen bewegen sich am liebsten von einem Halm zum nächsten ohne zu fliegen. Sie sind generell sehr flugscheu und fliegen oft nur kurze Strecken von max. 3m. Sie halten sich vor allem innerhalb von Seggenbeständen auf und werden daher leicht übersehen.

Systematik: 
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
Gattung: Zwerglibellen (Nehalennia)
Art: Zwerglibelle (Nehalennia speciosa)

==> Zum Insekt des Jahres: 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010,


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